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Das große Abenteuer ...


Watzmann - Ostwand
          
(Berchtesgadener Weg)

 
Sankt Bartholomä (603) - Watzmann-Südspitze (2712) -

Wimbachgrieshütte (1327)

 Deutschland - Berchtesgaden - Königssee

Kartenausschnitt

16.08.2013 bis 18.08.2013

Tourenbeschreibung
 

PRESSESPIEGEL
 


Über den 'Berchtesgadener Weg' durch die Watzmann-Ostwand bis hinauf auf die Südspitze des Watzmann


Routencharakter:
Erstbegehung am 28.09.1947 durch Josef Aschauer und Hellmuth Schuster.
Schwierigkeiten (UIAA) III bis stellenweise IV; überwiegend aber II. Bei Abkommen von der Idealroute, was sehr leicht passiert, auch zum Teil schwieriger. Beim 'Berchtesgadener Weg' handelt es sich um eine anspruchsvolle Klettertour, die nicht unterschätzt werden sollte! Bisher mahnen bereits über 100 Tote und eine noch höhere Anzahl von Schwerverletzten, die in dieser Wand verunglückten. Sehr guter Orientierungssinn und Kondition müssen unbedingt vorhanden sein! Wer sich hier unsicher ist, sollte sich einem Bergführer anvertrauen. Die Tour sollte nur bei absolut stabiler Wetterlage durchgeführt werden. In der Literatur liest sich die Wegbeschreibung recht einfach. In der Wand selbst geht alles ineinander über. Klare Abgrenzungen gibt es nicht. Bilder aus der Ostwand geben die wahre Steilheit der Wand nicht realistisch wieder.  Ab und zu sind mal Pfadspuren zu erkennen oder auch mal Bohr- und Schlaghacken. Aber Vorsicht, manche Pfadspuren führen auch einfach ins nichts. Wir sind ohne Bergführer gestiegen und ich räume ein, dass ich mir die Tour, trotz sehr guter Vorbereitung, wesentlich einfacher vorgestellt habe. In dieser Wand herrschen andere Dimensionen - alles erscheint gigantisch. Die gängigen Routenskizzen können nur als grobe Richtwerte gewertet werden. Objektive Gefahren bestehen gerade im mittleren und oberen Wandteil durch Steinschlag. In der Literatur wird der Durchstieg bei normalen Verhältnissen mit 6 bis 8 Stunden angegeben. Diese Zeitangabe gilt für den ortskundigen Bergführer oder Wandkenner! Bergfreunden, die diese Tour selbst geplant und zum ersten mal durchführen wollen, sei geraten, von eher 10 Stunden Durchstiegszeit ab Ostwandlager bis zur Südspitze auszugehen, wobei noch einmal 3,5 Stunden für den Abstieg zur Wimbachgrieshütte dazu gerechnet werden müssen. Das bedeutet, dass man bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang vom Ostwandlager aufbrechen sollte. Bei der Orientierung sind die Höhenangaben (Hm) markanter Punke von zentraler Bedeutung. Ein Höhenmesser sollte deshalb unbedingt mitgeführt werden. Achtung: GPS funktioniert nicht, da vom Empfänger aus dieser Wand lediglich 2 Satelliten erfasst werden können, die eine Standort-/Höhenbestimmung nicht zulassen (eigener Erfahrungswert). Bergfreunden/innen, die ihr Können und ihre Leistungsfähigkeit richtig und objektiv einschätzen und die der Wand den nötigen Respekt zollen, steht ein einzigartiges, unvergessliches Kletter- und Bergerlebnis bevor.

Empfohlene Ausrüstung pro Teilnehmer:
Leichtere Bergschuhe mit VIBRAM-Sohle, Helm,  Klettergurt, 2 Expressen, 2 HMS-Karabiner, 2 Bandschlingen (60-120), Abseilachter, 1 kurze Reepschnur, Biwaksack. Drei Liter Flüssigkeit. Nur das Nötigste mitführen! Rucksackgewicht minimieren!  

Zu empfehlende Literatur:
Gebietsführer "Watzmann-Ostwand", Franz Rasp, Bergverlag Rother,
3. Auflage (2007), ISBN 978-3-7633-4141-2 , Preis 7,90€

Teilnehmer dieser Tour: Ute, Ralf und Rüdiger (DAV Sektion Kassel - Hochtourengruppe)
 


... und schon geht's los


Seit Jahren schon hege ich den Wunsch, einmal durch die gigantische Ostwand auf die Südspitze des Watzmann zu klettern. Ich habe mich bereits sei langem mit der Route auseinandergesetzt und die Wegbeschreibung an Hand des Gebietsführers von Franz Rasp eingehend studiert.
Die  Überschreitung des Watzmann  habe ich bereits zwei Mal gemacht, - immer mit bewundernden Blicken auf die Menschen, die den Mut hatten, durch diese grandiose und gewaltige Wand zu steigen. Immer kam irgendetwas dazwischen. Jetzt musste es endlich auch bei mir soweit sein ... !!!  Die Wetterprognose für Samstag, den 17.08.2013 war optimal und kurz entschlossen geht eine eMail an meine Bergfreunde/innen der Hochtourengruppe der DAV Sektion Kassel. Unser Team war schnell gefunden, nämlich: Bild v.l. Rüdiger, Ute & Ralf ; - hier stehen wir nach der Anfahrt aus Kassel am Freitagnachmittag, gegen 13.30 Uhr, am Boot, welches uns nach Sankt Bartholomä (Ostwandlager) bringen sollte ...


... das große Abenteuer "Watzmann-Ostwand" beginnt und wir lassen den Ort Berchtesgaden-Königsee hinter uns. In der Bildmitte ist der Eiskanal (Olympia-Rodelbahn) zu sehen und darüber liegt das Bergmassiv, welches von den Einheimischen treffend "die schlafende Hexe" genannt wird. Wir hoffen, dass Sie durchschläft und wir ungestört und ohne Hexenzauber durch die Watzmann-Ostwand kommen ...


  ... so markierte Bilder lassen sich vergrößern und beinhalten zum Teil hilfreiche Beschreibungen;
dazu einfach auf das Bild klicken oder auf den Button click !

Wir steigen das erste Mal in die Watzmann-Ostwand ein und das ohne Bergführer. Wir sind uns bewusst, dass es nicht immer leicht sein wird, den richtigen Weg zu finden. Die Hauptschwierigkeiten liegen in der enormen Länge der Tour und gerade in der Wegfindung. Je näher man dieser gewaltigen Wand kommt, um so unübersichtlicher erscheint diese. Um es vorwegzunehmen sei gesagt, dass den in allen Punkten gut vorbereiteten Bergfreunden ein tolles und unvergessliches  Bergerlebnis beschert wird. Meine Bildreportage ist kein umfassendes Topo des 'Berchtesgadener Weges', sondern soll anderen erfahrenen Bergfreunden, die diese Tour ebenfalls gehen wollen, lediglich eine Planungshilfe sein. Alle Angaben in diesem Tourenbericht sind trotz gewissenhafter Zusammenstellung meinerseits ohne Gewähr. So, jetzt aber Schluss mit dem Gerede, wir legen in kürze in Sankt Bartholomä an und unser 'Abenteuer Watzmann-Ostwand' beginnt ...


... am Bootsanleger 'Sankt Bartholomä' beschließen wir, den Restnachmittag dazu zu nutzen, eine Erkundungstour zur Watzmann-Ostwand (Eiskapelle) zu unternehmen, um am nächsten Morgen in der Dunkelheit den Einstieg in den 'Berchtesgadener Weg' leichter zu finden. Auf einem breiten, beschilderten Wanderweg geht es anfangs durch den Wald immer stetig bergauf, der 'Eiskapelle' entgegen. Von Sankt Bartholomä bis zur 'Eiskapelle' geht man auf guten Wegen ca. 45 Minuten. Ein schöner Spaziergang auch für  den ungeübten Bergwanderer.


... nach ca. 30 Minuten lichtet sich der Wald und die Watzmann-Ostwand erhebt sich majestätisch in den Nachmittagshimmel. Der weiße Schneefleck in der Bildmitte ist die sogenannte 'Eiskapelle"'   


   ... wir gehen nicht hinunter zur Öffnung der 'Eiskapelle', da der Berchtesgadener Weg am Schuttrand links der 'Eiskapelle' beginnt und direkt auf den vor uns liegenden, begrünten Sporn führt. An einem der dickeren Felsbrocken vor uns (830m) ist eine Gedenktafel angebracht. Egal welchen Weg man hier durch den Schutt wählt, man muss diesen markanten Sporn hinauf.


... bei der 'Eiskapelle' handelt es sich um riesige Mengen von Altschnee, die als Lawinenabgänge die Ostwand hinuntergestürzt sind und ganzjährig dort liegen. Je wärmer es wird, um so größer wird die Wasseraustrittsöffnung am unteren Rand. Diese gewaltige Öffnung ist, wie hier auf dem Bild, ca. 10-15 Meter hoch und gleicht dem Eingang einer Kathedrale; - daher der Name 'Eiskapelle'


... wir befinden uns jetzt am Beginn des Sporns bei ca. 970m. Der Weg wird ab hier immer ausgetretener und führt, deutlich sichtbar und unverfehlbar, durch die vor uns liegenden Latschenkiefern.


... auf deutlichen Spuren geht es nach dem Latschenkiefernwäldchen stetig gerade nach oben durch die sichtbare Rinne; - immer auf die markante V-förmige Scharte zu.
Aber nicht bis in die Scharte hinaufsteigen!



... hier Achtung! Der Höhenmesser zeigt dort, wo Ralf gerade steht, ca. 1120m an. Genau an dieser Stelle rechts hinauf in die Felsen klettern; - also zu meinem Fotostandort. Ab hier quert man in Richtung Schuttkar. Das nächste Bild wurde ebenfalls von diesem Punkt aus in Richtung Schuttkar, also entgegengesetzt, gemacht und man erkennt unschwer den weiteren Wegverlauf über den Grashang


... ab hier dem ausgetreten Weg in Richtung Schuttkar folgen, also auf die im linken oberen Bildrand sichtbaren markanten Felsfeiler zu.
(siehe hierzu Beschreibung im "Gebietsführer - Franz Rasp", Seite 60)


  ... ein Blick vom Einstieg in die Grashänge hinunter zum Königssee. An dieser Stelle beenden wir unseren Erkundungsgang und steigen wieder nach Sankt Bartholomä zum Ostwandlager ab. Wir haben schon mal einen kleinen Eindruck von dem bekommen, was uns am nächsten Morgen erwartet. Wir werden gegen 04.30 Uhr vom Ostwandlager aufbrechen. Um es vorwegzunehmen: Am nächsten Morgen, als es gerade hell wird, stehen wir ziemlich genau um 06.00 Uhr, an genau dieser Stelle und legen unsere Klettergurte an.


... wir steigen den Einstiegssporn wieder hinab und haben einen schönen Blick auf das riesige Schneefeld der 'Eiskapelle'


... um 18.30 Uhr erhalten wir in der Gaststätte "Sankt Bartholomä" den Schlüssel für das Ostwandlager (Sankt Bartholomä). Das Ostwandlager liegt ca. auf Seehöhe (605m).


... ein Blick ins saubere und geräumige Ostwandlager, in dem nur Besteiger/innen der Ostwand nächtigen dürfen


... nach 18.00 Uhr kehrt Ruhe in Sankt Bartholomä ein. Alle Touristen sind wieder in den Booten und fahren nach Berchtesgaden zurück. Nur die kleine Gruppe der Ostwandbesteiger bleibt zurück und erwartet den 'Start in die Wand'


... Ute als 'Wassernixe' vor dem idyllischen Sankt Batholomä


... die letzten Sonnenstrahlen, - wir trinken am Königssee noch eine Dose Bier und legen uns schlafen; - hoffentlich ist die Nacht bald vorbei!


... und sie geht schnell vorbei! - Wie bereits ausgeführt, stehen wir um 06.00 Uhr wieder in den Grashängen, durch die der Weg in das 'Schuttkar' führt. Wir sind jetzt ca. 1,5 Stunden unterwegs und es wird langsam hell


   ... wir legen unsere Klettergurte an und machen uns kletterfertig. Ab hier betreten wir "Neuland"


   ... die weitere Wegführung in Richtung Schuttkar ist relativ einfach und meist weisen deutliche Pfadspuren den Weg


... stellenweise geht es über leicht geneigte Platten. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass die Geländeneigung auf Bildern nicht immer realistisch dargestellt wird. In Wirklichkeit ist das Gelände wesentlich abfallender. Um es auf den Punkt zu bringen: Auf der gesamten Tour durch die Ostwand hätte ein Fehltritt fatale Folgen, was die traurigen Statistiken eindrucksvoll belegen.


ACHTUNG! - Diese Stelle verleitet aufgrund der Spuren fälschlicher Weise nach oben zu dem Felsen zu klettern (... was wir auch, wie auf dem Bild zu sehen, getan haben). Der richtige Weg führt jedoch einfach vom Standort des Fotografen weiter horizontal nach rechts durch den Grashang in Richtung Schuttkar. Also hier nicht hoch!


... das Schuttkar, welches oberhalb der 'Eiskapelle' liegt, ist schnell erreicht


  ... es wird ein heißer, schweißtreibender Sommertag. Der Bach im Schuttkar (ca.1350m) führt Wasser und wir füllen unsere Wasservorräte auf. Sicher ist sicher.
Wir queren das Schuttkar und steigen auf den Schuttrücken der rechten Schuttkarbegrenzung (vom Tal aus gesehen rechts). Bei genau 1410m steigen wir nach rechts in die Felsen und weiter nach oben auf den markanten Absatz (1440m). Von dort steigen wir bis in die große Rinne, welche von der Eiskapelle schräg nach oben zieht. In dieser Rinne steigen wir über die beiden Sporne bis zur Wasserfallwand aufwärts. Die Bildvergrößerung zeigt den ungefähren Wegverlauf.



   ... ein Blick vom Schuttrücken (1440m) zurück auf den bisher zurückgelegten Weg. Deutlich sind die Pfadspuren im gegenüberliegenden Grashang zu erkennen


   ... vom Schuttrücken (1440m) geht es nach rechts hinauf bis zur Rinne, die von der Eiskapelle hinaufzieht


... wir sind in der Rinne und näheren uns dem 1. Sporn (1570m)


   ... auf dem 1. Sporn (1570m) kommen wir um 08.00 Uhr an und wir machen eine Pause.


... deutlich sichtbar zieht die Rinne hinauf zum 2. Sporn (1630m) und von dort weiter hinauf bis zur Wasserfallwand, wobei es nach dem 2. Sporn deutlich ausgesetzter und kleingriffiger wird


... am 2. Sporn (1630m) angekommen


   ... über den 2. Sporn kommend, erreichen wir die Wasserfallplatte, die unterhalb der Wasserfallwand beginnt. Vorher muss aber an einem senkrechten Wandstück kurz nach links gequert werden. An dieser Stelle nicht dem deutlicheren Pfad nach rechts folgen und nicht die Felswand nach oben klettern. Die waagerechte Querung in die linke Wand erfordert ein bisschen Überwindung, ist aber leichter, als sie aussieht.

'Wenn die Sehnsucht größer ist als die Angst, wird der Mut geboren.'
(Zitat von Seneca, römischer Philosoph)


   ... hier erreichen wir die drei Bohrhaken an der Wasserfallplatte, die im Gebietsführer beschrieben werden und die für Rettungseinsätze gebohrt wurden. Ute und Ralf stehen bereits am Ringhaken (Standplatz), der sich 10 m links der drei Bohrhaken befindet.


    ... vom Standplatz (Ringhaken) geht es ca. 20 Meter gerade nach oben und noch einmal ca. 5 Meter nach links ausweichend zum 2. Standplatz (Bohrhaken). Von hier aus ca. 15 Meter leicht rechts haltend aufwärts und dann ca. 5 Meter links haltend zum Standplatz. Von hier bis zum Ende der Wasserfallplatten senkrecht aufsteigen (Standplatz bei 1750m). Links vom Standplatz soll es laut Führer eine Wasserstelle geben, die es aber zumindest an diesem Tag nicht gab.
ACHTUNG !!! Oberhalb der Wasserfallplatten rechts hinauf weiterklettern! Nicht nach links!
 


... ein Blick vom unteren Standplatz der Wasserfallplatten hinunter zum Königssee


... Ute beim Sichern am untersten Standplatz der Wasserfallplatten; - mittlerweile haben sich zwei weitere Bohrhaken zum Ringhaken gesellt. Man kann die Wasserfallwand auch frei klettern, wobei dann der kleinste Fehler den sicheren Tod bedeutet.


   ... die letzte Seillänge bis ans Ende der Wasserfallplatten klettere ich seilfrei vor. Rechts nach oben führt die von unten nicht zu sehende Rampe (Rinne).
Ich stehe hier genau auf 1870m. An der Wand vor mir ist ein ganz schwach zu erkennender roter Pfeil aufgemalt. Der Pfeil zeigt nach rechts in die Rampe.
ACHTUNG! An dieser Stelle (Ende der Wasserfallplatte) nicht nach links weitergehen!


... in der Rampe, die von der Wasserfallwand nach rechts oben führt.


... in der Rampe geht es gutgriffig nach oben


... ein Blick 'auf Ute und an Ute vorbei' nach unten in die Rampe. Eine klare Abgrenzung der Geländeformationen ist eigentlich nicht auszumachen. In dieser Wand sieht man irgendwann überall Rinnen und Rampen. Die Gefahr des Versteigens ist immer gegeben und kostet viel Zeit (eigene Erfahrungswerte). Was noch erwähnt werden sollte ist, dass immer wieder kleinere und auch ab und zu größere Steine 'schrappnellartig' an einem vorbeisausen. Steinschlag ist in der Watzmann-Ostwand im Preis inbegriffen.


  ... an dieser Stelle (glatte Platte oberhalb der 2 Höhlen, 1920m = Originalweg lt. Gebietsführer) müssen wir Nothilfe leisten. Ein unerfahrener Bergsteiger hängt in 'Angststarre' in der fast senkrechten Platte und lässt sich von seinem Begleiter, der bereits vorgeklettert ist, nicht mehr dazu bewegen weiterzuklettern. Es besteht Absturzgefahr. Ralf und ich klettern deshalb an ihm vorbei, richteten oben mit Bandschlingen einen Stand ein und lassen ihm an unserem Seil einen HMS-Karabiner hinunter. So gesichert schafft er es dann nach oben auf den rettenden Absatz. Von uns auf sein Freizeitschuhwerk angesprochen äußert sich der junge Mann wie folgt: "Ich kann in Turnschuhen besser klettern". Einige Zeit klettern die beiden noch hinter uns her und um uns herum, bis wir sie im Felsgewirr aus den Augen verlieren.


... die erfolgreiche Rettungsaktion (unsere gute Tat an diesem Tag)


    ... ein Blick vom Ende der Rampe hinunter nach Sankt Bartholomä mit dem Königssee


... wir nähern uns dem Beginn der Gipfelsschlucht. Der Name täuscht, die Gipfelschlucht hat mit dem Gipfel im eigentlichen Sinne nichts zu tun. Die Gipfelschlucht führt hinauf bis unterhalb des Biwaks.


  ... direkt vor diesem markanten Schneefeld befindet sich eine Wasserstelle (Gumpe), die grundsätzlich Wasser führen soll. Die Wasserstelle sieht aus wie ein Brunnen, ist aber eine natürliche, runde Vertiefung in einer Steinplatte. In unmittelbarer Nähe dieses Schneefeldes und des natürlichen Brunnens führt der Weg schräg rechts nach oben (siehe Vergrößerung)


... ein Blick von dem angesprochenen "Brunnen" (Wasserstelle) zum Königssee;
Genauer Standort: Sporn am unteren Auslauf der Gipfelschlucht (ca. 1980m)



... ich, als 'Stütze' unter dem beschriebenen 'markanten Schneefeld'


... in der Bildmitte der 'Brunnen' (sichere Wasserstelle); im Hintergrund unsere "Helden" der vorausgegangenen 'Rettungsaktion'


... ein Foto von gleicher Stelle wie vor auf die gegenüberliegende Platte


... wir sind hier am oberen Ende der Rinne angekommen (mein Höhenmesser zeigt 2051m); - nach wenigen Metern nach rechts in eine aufsteigende Felsrinne queren (siehe die nächsten beiden Bilder)


  ... ACHTUNG! An dieser Stelle  nicht  geradeaus weiter in den Bachlauf der Gipfelschlucht gehen! An dieser Stelle nach rechts oben queren! Siehe Folgebild, welches vom gleichen Standort aufgenommen wurde, wie dieses Bild


  ... hier, bei genau 2060m  geht es hinauf! - Und zwar wird am linken Bachlauf der Gipfelschlucht an der rechten Felsbegrenzung außen aufgestiegen.
Wir sind den deutlichen Verhauerspuren gefolgt und in den Bachlauf eingestiegen. Bis wir gemerkt haben, das es irgendwann nicht mehr weiter geht, war fast eine Stunde ins Land gegangen. Also besser machen und hier rechts hoch.



  ... Blick aus der oberen 'richtigen Rinne' auf Sankt Bartholomä und den Königssee


... und weiter geht es die Gipfelschlucht empor


  ... wir befinden uns hier auf dem Absatz unterhalb der Biwakschachtel; in der Bildmitte die große markante Platte am unteren Ende der Gipfelschlucht bei ca. 2200m


    ... endlich! Die Biwakschachtel ist in Sicht!


... und kommt immer näher


... wir sind an der Biwakschachtel der Watzmann-Ostwand (2380m) angekommen.
Es ist jetzt 13.15 Uhr. Wir verweilen hier ca. 30 Minuten, bevor wir die letzten 330 Höhenmeter angehen.



  ... ein traumhafter Ausblick


  ... Ute, Ralf und ich auf der Jubiläumsbank des "Hausmeisters der Watzmann-Ostwand",
Heinz Zembsch, dem diese Bank zu Ehren seiner 250. Ostwandbesteigung gewidmet wurde.
Heinz Zembsch ist heute 70 Jahre alt und steht kurz vor seiner 400. Ostwand-Begehung.
Nur wer einmal selbst hier oben war, kann ermessen, was dieser Mann bisher geleistet hat.
Meinen Respekt hat er jedenfalls ...


... nur mal kurz auf der Bank des 'Hausmeisters' Probesitzen


  ... neugierige Blicke in die Biwakschachtel


... ein letztes Foto und schon geht es an die letzten 330 Höhenmeter


... Aufbruch zum Gipfel


... direkt an der rechten Seite der Biwakschachtel geht es hier ca. 70 Meter schräg aufwärts; an dem rautenförmigen Steinpfeiler, der die Form eines 'Hinkelsteins' hat (Bildmitte), nach links in die brüchige Rinne queren und in dieser aufwärts.


... in dieser brüchigen Rinne geht es fast bis an ihr Ende nach oben. Ca. 10 Meter vor ihrem Ende geht es nach rechts in eine steile Rinne.
Auf dem Foto steht Ralf am Ende der Rinne. Die Rinne hört hier auf (Abbruchkante). Dort wo der Bergführer mit seiner Gruppe gerade einsteigt, geht es zu den Ausstiegskaminen, die wiederum zur Watzmann-Südspitze führen.



   ... ein Blick aus der Watzmann Ostwand auf den Grat zwischen Mittelspitze und Hocheck


  ... und noch einmal hinunter auf Sankt Bartholomä und den Königssee


... über Rampen und Kamine geht es zur Südspitze (2712)


... Ralf an der Schlüsselstelle, die mit einer Drahtschlinge entschärft wurde


  ... wir kommen dem Gipfel näher; - auf dem Grat erkennt man Bergsteiger, die den Watzmanngrat überschreiten


... an dieser Stelle, wenige Meter unterhalb der Südspitze, steigen wir aus der Ostwand auf den Grat!  Ein tolles Gefühl! ... ja, man ist stolz auf sich selbst, diese Wand gemeistert zu haben. Wir sind froh und dankbar, diese Wand unfallfrei und unverletzt durchstiegen zu haben. Leider ist das nicht selbstverständlich.


Geschafft, wir stehen am Gipfelkreuz der Watzmann-Südspitze (2712m)!  ... Es ist jetzt 15.30 Uhr. Wir haben fast genau 11 Stunden für den Aufstieg gebraucht.
Die Pausen, die 2-3 Verhauer und die 'Rettungsaktion' in Abzug gebracht, beträgt die reine Gehzeit realistisch ca. 8 Stunden.


... Gipfelglück auf der Watzmann-Südspitze



... die angegeben Abstiegsgehzeiten holen uns aber schnell wieder in die Realität zurück.
Gegen 16.00 Uhr beginnen wir mit dem Abstieg zur Wimbachgrieshütte (1327m).



... der Abstieg durch Geröll und Schutt will nicht enden; -  jeder Schritt tut mittlerweile weh!
Der Abstieg ist eine einzige Tortur - jedoch in herrlicher Landschaft.



... gegen 19.30 Uhr erreichen wir die  Wimbachgrieshütte (1327m)  und übernachten dort. Die Hüttenplätze sollten unbedingt vorgebucht werden, da die Wimbachgrieshütte stark frequentiert ist. Wir hatten Glück, dass gerade noch drei Plätze frei waren. So gut, wie in dieser Nacht, habe ich selten auf einer Berghütte geschlafen.


Ein letztes Foto nach einer tollen Tour im Wimbachgries. Durch das Wimbachgries wandern wir am Sonntagmorgen bis nach Ramsau (Wimbachgriesbrücke) und fahren mit dem Linienbus zurück bis Berchtesgaden (Parkplatz Königsee). Unser Auto steht auf dem Zentralparkplatz am Königssee (4,--€ pro Tag). Von dort starten wir in Richtung Kassel, wo wir am späten Abend wieder wohlbehalten eintreffen.

FAZIT

Die Tour durch die höchste Wand der Ostalpen ist ein unvergessliches Abenteuer! - Aber nur dann, wenn die Begeherin oder der Begeher über eine sehr gute Kondition, Trittsicherheit, absolute Schwindelfreiheit, guten Orientierungssinn und den Mut verfügt, auch ausgesetzte Stellen im III - IV Schwierigkeitsgrad frei (ohne Seilsicherung) zu klettern. Bergfreunde/innen, die diese Voraussetzungen erfüllen, dürfen diese Tour mit Vorfreude planen und sollten sie mit dem gebotenem Respekt bei bestem Bergwetter angehen. Allen anderen sei eine  Watzmann-Überschreitung  empfohlen, die gleichfalls interessant und ein ganz besonderes Erlebnis ist.

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