Besteigung des Piz Boe und Begehung des Klettersteigs Pisciadu im Herbst Italien Dolomiten Sellagruppe Canazei Campitello di Fassa Fassatal Sellapass Grödner Joch Hotel Ramon Cesare Piazzetta Passo Pordoi Pordoipass Pigolerzschlucht Brenner Italien

 


S e l l a

Piz Boe (3152)  &  Pisciadu-Klettersteig
 

 
Italien - Dolomiten - Sellagruppe -

 Campitello di Fassa (Canazei)
 


Kartenausschnitt

 

30.09.2019 bis 04.10.2019


Empfohlene Gebietskarte:
TABACCO, Nr.05, Val Gardena - Alpe di Suisi Gröden - Seiseralm, 1:25000
 

Zusammen mit meinen Alpenvereinsfreunden Manfred und Heinz verbringe ich drei Tage im Hotel Ramon in Campitello di Fassa (Sella). Vom Hotel aus starten wir zu unseren Touren am Sellastock (Dolomiten). Da ich diese Touren schon einmal gehen durfte, möchte ich auf meine Tourenberichte 'Sella' aus 2015 verweisen.

 

Montag, 30.09.2019 (Anreise)



 
Am Montag, den 30.09.2019 fahren wir  (Heinz, Manfred & ich) gegen 05.00 Uhr in Kassel los, um die vom Wetterdienst angekündigten, kommenden schönen Herbsttage, in den Dolomiten (Sella) zu verbringen. Wie wollen das Jahr mit drei leichteren Touren ausklingen lassen. Das Bild, welches im Hintergrund die Zugspitze zeigt, wurde vom Rasthaus Zugspitzblick am Fernpass aufgenommen. Nach kurzer Rast setzen wir unsere Fahrt in Richtung Italien und zwar nach Campitello di Fassa  fort ...

Die mit gekennzeichneten Bilder lassen sich mit einem Klick auf oder das Bild selbst vergrößern


... gegen 15.00 Uhr treffen wir am über booking.com gebuchten Hotel Ramon in Campitello di Fassa (2 Kilometer bis Canazei) ein und beziehen jeder ein Einzelzimmer. Das gut geführte Hotel Ramon kann bedingungslos weiterempfohlen werden. Die Zimmer sind großzügig gestaltet, sauber und verfügen über TV und kostenloses WLAN. Das Frühstück lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Nach Rückkehr von unseren Touren haben wir stets den schön gestalteten (kostenlosen) Saunabereich (Sauna 80°, Dampfbad, Whirlpool) besucht. Zum Abendessen fahren wir hinüber nach Canazei und speisen gut und günstig in der Pizzeria des Hotels Laurin, in der Streda Dolomites 97. Campitello di Fassa ist ein idealer Ausgangspunkt für Klettertouren oder die Begehung von Klettersteigen am Sellastock.


Blick von meinem Balkon im Hotel Ramon hinauf zum Col Rodella. Auf den Col Rodella führt eine Kabinenseilbahn, deren Talstation unweit des Hotels Ramon liegt. Von der Bergstation der Col-Rodella-Seilbahn aus, lassen sich herrliche Klettertouren/Wanderungen um den Sella Pass unternehmen. Von der Bergstation der Col-Rodella-Seilbahn bis zum Sellapass sind es nur 800 Meter. Die Häuser, die oberhalb von Campitello di Fassa liegen (siehe Dachspitze des vorderen Hauses), gehören zur Siedlung Pian. Dieser malerischen Siedlung Pian werde ich später noch einen Besuch abstatten.


... und noch ein Blick (Hotelnähe) hinauf zur Grohmannspitze (1. Felsenberg v.r.) und die Siedlung Pian, bevor es zur Entspannung in die Sauna geht. Nach dem Abendessen gehen wir zeitig zu Bett, da das frühe Aufstehen und die Autofahrt bis Campitello di Fassa doch recht anstrengend waren. Außerdem steht morgen der Piz Boe (3152 m) auf unserem Programm ...


Dienstag, 01.10.2019 (Besteigung des Piz Boe - 3152 m)

 


Nach dem Frühstück fahren wir zum Passo Pordoi (Sella) und parken unser Auto an der Straße zum Monument des Deutschen Soldatenfriedhofs am Pordoi Pass. Ich habe diese Tour bereits im Sommer 2015 schon einmal machen dürfen. Die/der Interessierte findet in meinem Tourenbericht 'Besteigung des Piz Boe -2015'  die Wegführung noch ausführlicher beschrieben.


... es ist recht frisch am Morgen und die Wolken hängen noch sehr tief am Pordoi Pass (2239m). Der Pordoi Pass oder auch Pordoijoch genannt, ist mit einer Scheitelhöhe von 2239 Metern der zweithöchste Gebirgspass der Dolomiten, über den eine asphaltierte Strasse führt. Wir rüsten uns für diese Tagestour aus, besuchen das Monument des deutschen Soldatenfriedhofs am Passo Pordoi und steigen zum Sellastock auf.


... hier befinden wir uns auf der Wiese direkt über dem deutschen Soldatenfriedhof (Monument). Der Weg ist ausgetreten und markiert, ein Verlaufen ist kaum möglich. Es gilt, den Fuß der senkrechten Felswand der Sella zu erreichen, um auf den dort verlaufenden Querweg (Nr.626) zu stoßen.


... Manfred im Aufstieg zum Sellastock. Im Hintergrund schlängelt sich die Staatsstraße hinauf zum Passo Pordoi.


... geschafft! Manfred und Heinz auf dem Weg 626 unterhalb der Sella-Felswand


... auf Weg 626, der direkt unterhalb der Felswand verläuft, geht es ostwärts weiter. Ein Helm sollte hier getragen werden, da es ab und zu mal Steine regnen kann. 


... wir gehen den Weg bis zum (optischen) Ende der Felswand und biegen dort links ab, um dem Weg (an der Felswand entlang) weiter zu folgen


... wir haben den Einstieg in den sehr schwierigen Klettersteig 'Piazzetta' erreicht, der sich direkt am Weg 626 befindet


... und mit einer Tafel beschildert ist. Das Klettern in diesem Steig bietet sich mit Bergstiefeln nicht an, da der Fels sehr glatt (abgespeckt) ist, nur über sehr kleine Trittschuppen und keine Tritthilfen verfügt. Richtige Kletterschuhe sind hier angebracht, die wir aber nicht dabei haben. Wir bleiben deshalb auf Weg 626 und folgen diesem, bis dieser auf den beschilderten und markierten Weg 638 trifft.


... vom Weg 626 biegen wir an der oben beschriebenen Weggabelung links ab und steigen auf Weg 638 durch die Pigolerzschlucht (Schuttrinne) mühsam ca. 200 Meter nach oben. Mittlerweile wurden im unteren und mittleren Teil Kletterseile gelegt, die das Aufsteigen etwas erleichtern. Der obere Teil der Pigolerzschlucht wurde, wie auf dem Bild zu sehen, bereits als Klettersteig ausgebaut.


... nach Bewältigung der schuttreichen Pigolerzschlucht erwartet uns diese schöne Bank ...


... die wir natürlich für eine kleine Pause in der Sonne nutzen. Der im Hintergrund zu sehende Gipfel ist der Piz Boe (3152), der durch seine mittlerweile ausgediente Parabolantenne schon von Weitem auszumachen ist


... ein Blick hinauf zu unserem Tagesziel, dem Gipfel des Piz Boe (3152). Der Wegverlauf zum Gipfel ist auf der Bildvergrößerung eingezeichnet.


  ... kurz vorm Gipfel des Piz Boe (3152) - ein Blick zurück


... als ich den Gipfel des Piz Boe (3152) erreiche, ist außer der betenden Madonna und mir niemand hier oben 


... ein Bild mit Selbstauslöser von mir am Gipfelkreuz des Piz Boe (3152)


  ... und noch ein Bild von der bereits geschlossenen Fassa-Hütte auf dem Piz Boe (3152). Die Hütte ist bereits im 'Winterschlaf' und geschlossen, es ist neblig, kalt und windig.


  ... auch Heinz und Manfred erreichen den Gipfel des Piz Boe (3152)


... beim Abstieg vom Piz Boe (3152) herrscht noch eine einigermaßen gute Sicht, die den Wegverlauf erkennen lässt. Teilweise markieren gesteckte Stangen und rot/weiße Farbmarkierungen den Weg hinunter zum Rifugio Forcella Pordoi  (Pordoi-Hütte). Gebietsunkundigen sei geraten, immer Karte und Kompass, sowie ein GPS mitzuführen. Noch stärkerer Nebel kann die Wegfindung im Sellagebiet äußerst schwierig bis fast unmöglich machen.


  ... wir haben den Weg zur Pordoi-Hütte (2848) gefunden. Leider können wir nicht einkehren, da wir die letzte Seilbahn vom plattenförmigen Gipfel des Sass Pordoi (2950) bekommen müssen, die uns hinunter zum Pordoi-Pass (2240) befördert. Der Weg hinauf zur Seilbahnstation Sass Pordoi (2950)  befindet sich direkt hinter der Pordoi-Hütte (2848) und man sollte, je nach Kondition, 15 bis 30 Minuten für den Aufstieg zur Seilbahnstation einplanen.


  ... ein letzter Blick vom Rifugio Forcella Pordoi (2848) ins Tal. Da der Nebel immer dichter wird, steigen zur Seilbahnstation, die vollständig im Nebel liegt, auf. In meinem 'Tourenbericht aus 2015' kann man sich aber ein Bild davon machen, wie es da oben bei besserem Wetter aussieht. Wer nicht mit der Seilbahn zum Pordoi Pass abfahren möchte, kann ab hier (Bild) absteigen, wobei die Abstiegszeit mit knapp 3 Stunden einkalkuliert werden muss.
Trotz des aufkommenden Nebels, war es eine schöne Tour am Sellastock.

Tour Piz Boe - Juli 2015
 

Mittwoch, 02.10.2019 (Wanderung - Campitella di Fassa)
 


Der Wetterbericht vom Vortag sagt bereits eine Regenfront für den heutigen Tag in den Dolomiten voraus und er sollte recht behalten. Für eine Klettertour ist das Wetter völlig ungeeignet und so verbringen wir den Vormittag mit einem ausgedehnten Frühstück für Spätaufsteher und relaxen auf den Zimmern, in der Hoffnung auf Wetterbesserung. Gegen 12.00 Uhr hört der Regen auf, die Wolken verziehen sich und es wird noch einmal richtig schön. Da die anderen beiden Bergfreunde noch unschlüssig sind, wie sie den Nachmittag verbringen, beschließe ich ein kleine Wanderung durch die nähere Umgebung zu machen. Mich interessiert der Col Rodella, auf den auch die anfangs beschriebene Seilbahn von Campitello di Fassa führt.


So wandere ich vom Hotel Ramon aus los, gehe am Friedhof von Campitello di Fassa vorbei und folge der Streda de Col bis hinauf in die malerische Siedlung Pian. Im Hintergrund ragt die schon mit Schnee bedeckte Marmolada empor. Ein Besuch dieser kleinen und eng erbauten Bauernsiedlung Pian ist wirklich lohnend.


  Ich wandere weiter durch die Wälder an den Hängen des Col Rodella und genieße immer wieder den herrlichen Blick auf das Bergmassiv der Marmolada


... auf dem Rückweg noch einmal ein Blick über die Dächer von Pian und ca. 30 Minuten später habe ich Campitello di Fassa wieder ereicht


... ich muss einmal durch Campitello di Fassa (750 Einwohner) queren, um wieder zum Hotel Ramon zu gelangen. Obwohl heute eigentlich eine Klettertour geplant war, bin ich im nachhinein froh, dass ich diese schöne Wanderung gemacht habe. Die höchsten und entlegensten Gipfel dieser Welt, müssen bekanntlich nicht immer die schönsten sein. ...
 

Donnerstag, 03.10.2019 (Pisciadu-Klettersteig)
 


Heute ist das Wetter in den Dolomiten erstklassig und wir haben uns vorgenommen, den Pisciadu-Klettersteig in der Sella zu meistern. Wir fahren von Campitello di Fassa über Sellapass und Grödner Joch (2121), um in der 4. Spitzkehre nach dem Grödnerpass auf dem dortigen, groß angelegten Parkplatz zu parken. Dieser Parkplatz wurde extra für Besucher des Klettersteigs Pisciadu angelegt. Der Klettersteig Pisciadu gehört zu den beliebtesten Klettersteigen der Dolomiten und man ist (... leider) nie allein unterwegs. Der unten gesetzte Link zeigt den kompletten Routenverlauf im Auf- und Abstieg.

ROUTENVERLAUF (Panoramakarte)

 


... die Beschilderung ab Parkplatz zum Einstieg in den Pisciadu-Klettersteig  ist hervorragend und lässt ein Verlaufen normalerweise nicht zu


  ... noch bevor es in die erste Steilstufe geht, kann man diesen schönen Blick hinauf zum Grödner Joch genießen


... ein Bild von mir auf dem Zustiegsweg zum Pisciadu. Es empfiehlt sich, die Ausrüstung bereits auf dem Parkplatz anzulegen.


... und natürlich meine Begleiter Manfred und Heinz


... die ersten Klettermeter im Pisciadu-Klettersteig


  ... und immer wieder der Blick in diese traumhaft schöne Landschaft. Der Ort im Tal ist Corvara.


  ... nachdem die erste Steilstufe überwunden ist, schließt sich eine kurze Gehpassage an. Der Einstieg liegt direkt vor uns. Die Bildvergrößerung zeigt bereits Klettersteiggeher im Pisciadu-Klettersteig.


... es geht gleich nach dem Einstieg knackig senkrecht nach oben


... Heinz und Manfred sind mir immer dicht auf den Fersen


... eine schöne Steilwand, die herrliche Tiefblicke zulässt


  ... gut abgesichert führt die Kletterstrecke des Pisciadu-Klettersteiges nach oben


  ... tief im Tal liegt Corvara


... der Pisciadu-Klettersteig bietet Klettergenuss pur


  ... hier an dieser Stelle trennt sich der Weg! Wer an dieser Stelle steht, hat die Möglichkeit (wie auf dem Bild zu sehen) senkrecht nach oben weiterzuklettern oder auf dem Pfad weiterzugehen (Fotostandpunkt); - eine leichtere Alternative zur Pisciadu-Hütte zu gelangen


  ... wir klettern nach oben


... eine luftige Leiter erleichtert den Aufstieg. Trittstifte und ununterbrochene Sicherungsdrahtseile lassen diese Passagen schwieriger erscheinen, als sie tatsächlich sind


  ... ein Blick von der oben beschriebenen Leiter nach unten. Manfred ist an seinem blauen Helm gut zu erkennen.


  ... ein Blick aus dem Klettersteig auf den alternativen Weg, der sich links der großen Felsspalte hinauf zur Pisciaduseehütte (2585) schlängelt. Unser Weg führt um die im Vordergrund zu sehende Felsnase herum


... und schon sind wir an der berühmten Hängebrücke des Pisciadu-Klettersteigs angekommen


  ... hier kommen auch Heinz und Manfred um die zuvor beschriebene Felsnase


Von der Hängebrücke des Pisciadu-Klettersteigs hat man einen tollen Tiefblick auf die Passstrasse zum Grödner Joch


  Tiefblick von der Pisciadu-Hängebrücke


  ... auch Heinz und Manfred passieren die Hängebrücke des Pisciadu-Klettersteigs ohne Schwierigkeiten, da die Brücke zu 100% abgesichert ist. Nach der Brückenüberschreitung geht es noch wenige Meter gesichert weiter, bevor sich der Steig in normalem Gehgelände auflöst.


  ... auf markiertem Wanderweg geht es bis zur nahe gelegen Pisciadu-Hütte (2585)


  ... ein Blick von der Pisciadu-Hütte (2585) zurück zur Hängebrücke und den folgenden Aufstiegsweg. Auf der Bildvergrößerung ist die Hängebrücke deutlich erkennbar. Die Hütte selbst war bereits geschlossen. Nach einer kurzen Rast gehen wir auch gleich weiter zum Abstiegsweg im Val Setus (Weg Nr. 666).


  ... hier, durch das steil abfallende Val Setus, führt der Weg 666 steil und teilweise gesichert durch Schutt und Geröll nach unten bis zum Parkplatz an der Passstrasse


... hier, im Val Setus, sollte man sich keinen Fehltritt erlauben


  ... Manfred und Heinz beim Abstieg im Val Setus. Die gesteckten roten Holzpfosten weisen auf die momentan beste Abstiegsroute im Schutt hin. Durch Regen und Steinlawinen kann sich der Weg im Val Setus immer mal wieder verändern


  ... die Hälfte des Abstiegs im Val Setus ist bald geschafft


  ... am späten Nachmittag kommt der Parkplatz Pisciadu-Klettersteig wieder in Sicht, den wir auch ca. 30 Minuten später wieder erreichen. Wir fahren zurück zum Hotel Ramon nach Campitello di Fassa, gehen noch mal saunieren und genießen unser letztes Abendessen in der Pizzeria des Hotels Laurin in Canazei.


  Die Vergrößerung der Karte zeigt noch einmal unsere heutige Route

Tour Pisciadu-Klettersteig - Juli 2015
 

Freitag, 04.10.2019 (Heimfahrt)

Am Freitagmorgen begeben wir uns nach dem Frühstück wieder in Richtung Heimat. Wir fahren über den Sella Pass, Sankt Ulrich auf die Brenner-Autobahn und von dort wieder über den Fernpass bis Kassel, wo wir gegen 18.00 Uhr eintreffen. Alles in allem durften wir noch einmal ein paar schöne Herbsttage in den Dolomiten verbringen.

 

 

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